Was tun, wenn ein Blister verloren geht? – Sicherheit geht vor

Dispensis AG

07.07.2025

In der täglichen Pflege zählt jedes Detail. Der Umgang mit Medikamenten erfordert höchste Sorgfalt – dennoch kann es auch in gut organisierten Einrichtungen passieren, dass ein Medikamenten-Blister verloren geht. Ob beim Transport, bei der Übergabe oder im Stationsalltag: Solche Vorfälle sind zwar selten, müssen aber professionell und strukturiert gehandhabt werden.

Ruhe bewahren – die Sicherheit steht an erster Stelle
Ein verlorener Blister bedeutet nicht automatisch einen Notfall, aber er ist ein sicherheitsrelevantes Ereignis. Wichtig ist, ruhig zu bleiben und keine übereilten Massnahmen zu ergreifen. Die Patientensicherheit hat jetzt höchste Priorität: Das bedeutet, dass keine neuen Medikamente verabreicht werden sollten, bevor nicht klar ist, welche Dosis bereits gegeben wurde oder ob ein Ersatz erforderlich ist.

Sofortige Meldung und strukturierter Ablauf
Der erste Schritt sollte immer die umgehende Information des verantwortlichen Pflegepersonals oder der Pflegedienstleitung sein. Die interne Meldung ermöglicht eine rasche Einschätzung der Situation und leitet die weiteren Schritte ein. Gleichzeitig ist es wichtig, den Verlust genau zu dokumentieren: Wann wurde der Blister zuletzt gesehen? Wurde er möglicherweise versehentlich entsorgt? War er vollständig oder teilweise bereits verwendet?

Abklärung mit Apotheke oder Arzt

Nicht jedes Medikament erfordert sofortigen Ersatz – aber viele schon. Deshalb ist es essenziell, in Rücksprache mit der betreuenden Apotheke oder dem behandelnden Arzt zu klären, wie vorzugehen ist. Nur Fachpersonen können beurteilen, ob eine erneute Einnahme risikofrei ist oder ob eine neue Blisterung notwendig wird. Hier zeigt sich auch der Wert einer guten Zusammenarbeit mit externen Partnern – schnelle Reaktion und zuverlässige Kommunikation sind in solchen Momenten Gold wert.


Dokumentation und Transparenz

Ein solcher Vorfall muss nicht nur aus haftungsrechtlichen Gründen dokumentiert werden – auch intern ist eine saubere Dokumentation für Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Qualitätssicherung notwendig. Dabei sollten auch mögliche Ursachen des Verlustes analysiert werden: Lag es an einem unübersichtlichen Übergabeprozess? War die Kennzeichnung unzureichend? Fehlt ein fester Lagerplatz?


Vorbeugung durch klare Abläufe

Damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt, ist es sinnvoll, bestehende Prozesse zu überprüfen. Checklisten, festgelegte Lagerorte, digitale Erfassungssysteme oder Schulungen zum Umgang mit patientenindividuellen Blistern können helfen, die Sicherheit zu erhöhen. Auch eine gute Einarbeitung neuer Mitarbeitender trägt entscheidend zur Fehlervermeidung bei.


Fazit: Verantwortungsvoll handeln – Vertrauen sichern

Ein verlorener Medikamenten-Blister ist ein sensibles Thema – doch mit kühlem Kopf, klaren Abläufen und guter Kommunikation lässt sich die Situation kontrollieren. Wichtig ist, daraus zu lernen und Strukturen zu schaffen, die solche Fehler unwahrscheinlicher machen. Denn im Zentrum steht immer eines: die sichere und verlässliche Versorgung der Menschen, die uns anvertraut sind.


von websites 19. Juni 2023
Ein Stromausfall oder eine offen gebliebene Tür – schon ist die Kühlkette unterbrochen. Nun heisst es: Ruhe bewahren, Temperaturüberschreitung dokumentieren und prüfen, ob Medikamente noch verwendbar sind. Packungsbeilage und Apotheke geben hier Sicherheit. Betroffene Präparate werden separat gekennzeichnet und nur nach Rücksprache verwendet. Regelmässige Kontrollen und digitale Temperaturüberwachung helfen, solche Situationen frühzeitig zu erkennen.